Rainer Koch gewinnt Transeuropalauf
21. Juni 2009 -- Jürgen KlemenzRene Strosny wartet vor dem Ziel auf Takasumi Senoo
Der Transeuropalauf 2009 hat einen überlegenen Sieger. Rainer Koch aus dem fränkischen Dettelbach gewann auch die letzte Etappe von Honningsvag zum Nordkap und krönte damit seine überragende Leistung während der Europadurchquerung von Italien zum Nordkap. Platz 2? Eine große Geste von Rene Strosny oder eine Farce, die mit Wettkampf nichts mehr zu tun hat? Denn der vor der letzten Etappe auf diesem zweiten Platz mit 5:57 Minuten vor Strosny führende Japaner Takasumi Senoo brach auf der letzten Etappe völlig ein, wohl geschwächt durch die harten Fights der letzten Tage, wo er seinen knappen Vorsprung verteidigen konnte. Strosny war auf dem Weg zum Nordkap kilometerweit enteilt, trottete dann zehn Kilometer mit einer Begleitläuferin, wartete am letzten Verpflegungspunkt und ging dann bis kurz vor das Ziel spazieren, bis der Japaner kam auf, um dann gemeinsam mit dem in Tränen ausbrechenden Takasumi Senoo ins Ziel zu laufen. Beide wurden in 5:57:46Stunden auf dem 15. Rang gewertet. „Ich hätte ihm heute eine Stunde abnehmen können, aber wir haben das gestern Abend ausgemacht, dass wir gemeinsam ins Ziel einlaufen“, so Strosny, der damit Gesamtdritter wurde. Die ganzen heißen Diskussionen (im Internet), wer denn wohl Zweiter werden würde- alles für die Katz‘.
Die letzte Etappe hatte es noch einmal in sich, obwohl sie nur 45,7 Kilometer kurz war. Landschaftlich wunderschön, es ging durch die Welt der Fjorde, aber es ging auch stetig bergauf und wieder hinab bis fast auf Meereshöhe und wieder hinauf. Dazu blies, wie schon gestern, ein eisiger Sturmwind von vorne. Regen peitschte vom grauen Himmel, und nicht genug, zwischendurch schneite es auch. Völlig unbeeindruckt spulte Rainer Koch seine Kilometer herunter, meinte zwar auch, dass „es brutal schwer ist“, kam aber völlig locker nach 4:18:27 ins Ziel. Der für Norwegen startende Henry Wehder wurde Zweiter in 4:58:02, Robert Wimmer Dritter in 5:03:00. Die weiteren Platzierungen: 4. Jan Nabuurs 5:03:10, 5. Martin Wagen und Stephane Pelissier 5:04:46, 7. Trond Sjavik und Christian Fatton 5:10:27, 9. Janne Kankaasyrjä 5:44:04 und 10. Hans-Jürgen Schlotter 5:46:01.
Die Erste der Frauenwertung, Takako Furuyama, kam auch als erste Frau am Nordkap an in 6:22:33 Stunden vor Elke Streicher an, die auch Gesamt-Zweite wurde.
Gesamtwertung: Rainer Koch 378:12:44, Takasumi Senoo 406:59:43, Rene Strosny 407:05:30, Robert Wimmer 415:53:27, Jan Nabuurs 430:00:54, Trond Sjavik 436:51:54.