Rainer Koch gewinnt Transeuropalauf

21. Juni 2009 -- Jürgen Klemenz

Rene Strosny wartet vor dem Ziel auf Takasumi Senoo

Der Transeuropalauf 2009 hat einen überlegenen Sieger. Rainer Koch aus dem fränkischen Dettelbach gewann auch die letzte Etappe von Honningsvag zum Nordkap und krönte damit seine überragende Leistung während der Europadurchquerung von Italien zum Nordkap. Platz 2? Eine große Geste von Rene Strosny oder eine Farce, die mit Wettkampf nichts mehr zu tun hat? Denn der vor der letzten Etappe auf diesem zweiten Platz mit 5:57 Minuten vor Strosny führende Japaner Takasumi Senoo brach auf der letzten Etappe völlig ein, wohl geschwächt durch die harten Fights der letzten Tage, wo er seinen knappen Vorsprung verteidigen konnte. Strosny war auf dem Weg zum Nordkap kilometerweit enteilt, trottete dann zehn Kilometer mit einer Begleitläuferin, wartete am letzten Verpflegungspunkt und ging dann bis kurz vor das Ziel spazieren, bis der Japaner kam auf, um dann gemeinsam mit dem in Tränen ausbrechenden Takasumi Senoo ins Ziel zu laufen. Beide wurden in 5:57:46Stunden auf dem 15. Rang gewertet. „Ich hätte ihm heute eine Stunde abnehmen können, aber wir haben das gestern Abend ausgemacht, dass wir gemeinsam ins Ziel einlaufen“, so Strosny, der damit Gesamtdritter wurde. Die ganzen heißen Diskussionen (im Internet), wer denn wohl Zweiter werden würde- alles für die Katz‘.

Die letzte Etappe hatte es noch einmal in sich, obwohl sie nur 45,7 Kilometer kurz war. Landschaftlich wunderschön, es ging durch die Welt der Fjorde, aber es ging auch stetig bergauf und wieder hinab bis fast auf Meereshöhe und wieder hinauf. Dazu blies, wie schon gestern, ein eisiger Sturmwind von vorne. Regen peitschte vom grauen Himmel, und nicht genug, zwischendurch schneite es auch. Völlig unbeeindruckt spulte Rainer Koch seine Kilometer herunter, meinte zwar auch, dass „es brutal schwer ist“, kam aber völlig locker nach 4:18:27 ins Ziel. Der für Norwegen startende Henry Wehder wurde Zweiter in 4:58:02, Robert Wimmer Dritter in 5:03:00. Die weiteren Platzierungen: 4. Jan Nabuurs 5:03:10, 5. Martin Wagen und Stephane Pelissier 5:04:46, 7. Trond Sjavik und Christian Fatton 5:10:27, 9. Janne Kankaasyrjä 5:44:04 und 10. Hans-Jürgen Schlotter 5:46:01.

Die Erste der Frauenwertung, Takako Furuyama, kam auch als erste Frau am Nordkap an in 6:22:33 Stunden vor Elke Streicher an, die auch Gesamt-Zweite wurde.

Gesamtwertung: Rainer Koch 378:12:44, Takasumi Senoo 406:59:43, Rene Strosny 407:05:30, Robert Wimmer 415:53:27, Jan Nabuurs 430:00:54, Trond Sjavik 436:51:54.

Sturmwind bremst Strosnys Aufholjagd

20. Juni 2009 -- Jürgen Klemenz

Takasumi Senoo baut vor der letzten Etappe seinen Vorsprung leicht aus

Rene Strosny hat es auf der Vorletzten Etappe von Olderfjord nach der Mautstelle Honningsvag nicht geschafft, seinen Rückstand auf Platz 2  zu verringern. Im Gegenteil, Takasumi Senoo gelang es , 1:37 Minuten auf Strosny herauszulaufen, so dass er nun mit mehr als fünf Minuten Vorsprung auf die letzte Etappe zum Nordkap geht.

Der heftige Sturmwind war es wohl, der Strosny am Samstag einen Strich durch die Rechnung machte.  Fast orkanartig blies  es die  gesamten  81,5  Kilometer  von vorn, für Strosny, der mehr als 50 Kilometer hinter dem weit enteilten Rainer Koch das Verfolgerfeld mit Robert Wimmer und Takasumi Senoo anführte, war die stetige Führungsarbeit dann wohl doch zu anstrengend. Denn als Robert Wimmer kurz anzog, konnte nur Senoo folgen. Schnell entwickelten sich zwischen Senoo und seiner Lokomotive  Wimmer und dem zurückfallenden Strosny eine Distanz von 200 Meter, die bis zum letzten Verpflegungspunkt auf einen Kilometer anwuchs. Wimmer ließ dann auch Senoo stehen, Strosny  verkürzte zwar noch einmal den  Rückstand bis auf 1:37 Minuten, dennoch hat nun der Japaner Senoo die besten Karten, seinen zweiten Platz hinter dem überragenden Läufer  Rainer Koch zu verteidigen.

Es hätte die schönste Etappe des gesamten Transeuropalaufs werden können, die 81.5 Kilometer von Olderfjord  bis zur Mautstelle nach dem Nordkap-Tunnel, 17 Kilometer vor Honningsvag. Die Strecke führte von einem Fjord zum nächsten, mal an der Steilküste entlang, dann wieder in langgezogenen Buchten. Immer wieder Rentierherden, schroffe Felsformationen, Wasserfälle – wenn denn nur das Wetter mitgespielt hätte. Für viele Läufer war’s die härteste Etappe der gesamten 4500 Kilometer, denn durch den eisigen Wind wurden die drei bis fünf Grad schnell zu geführten fünf Grad minus, ganz abgesehen davon, dass die Läufer gegen den heftigen Gegenwind ankämpfen mussten. Der Sieger Rainer Koch beschrieb das so: „Ich hab gedacht, ich trete auf der Stelle, und wenn dann plötzlich die Windböe weg war, kam ich mir wie bei einem 100-Meter-Lauf vor.“   So erklären sich (für die Daheimgebliebenen) auch die heutigen Zeiten, die deutlich langsamer waren als üblich.

Windstill war es nur in den Tunnels, wo alle Läufer mit (Stirn-)Lampe und Warnweste laufen mussten, denn  die Tunnels waren ganz schlecht beleuchtet. Alle, bis auf Robert Wimmer, hielten sich an die Westenverordnung. Der letzte Tunnel führte übrigens auf sieben Kilometer Länge unter einem Fjord durch.

Die Ergebnisse: 1. Rainer Koch, 7.59.21 Stunden, 2. Robert Wimmer 8:22:08, 3. Takasumi Senoo 8:26:36, 4. Rene Strosny 8:28:13, 5: Jan Nabuurs, 8:46:36. Gemeinsame Sechste wurden Trond Sjavik und Stephane Pelissier in 9:06:36.

Rene Strosny hat’s zweimal probiert

19. Juni 2009 -- Jürgen Klemenz

Aber  Takasumi Senoo kämpft erfolgreich um  seinen zweiten Platz

Der Angriff kam,  aber er wurde ab gewehrt.  Die spannendste Frage beim Transeuropalauf 2009 bleibt also  auch  am drittletzten Tag  offen.  Takasumi Senoo verteidigte seinen zweiten Platz vor Rene Strosny, der auf den 92,6 Kilometern  zweimal ernsthaft versuchte sich abzusetzen. Doch der Japaner kam wieder jweils ran und so liefen beide Hand in Hand ins Ziel.

Verbissene Rivalität jedenfalls herrscht nicht zwischen den beiden: Erst der gemeinsame Zieleinlauf, dann gegenseitige Gratulation, sich in den Armen liegen, wie schon am Vortag, als Strosny vier Minuten gutmachen konnte.  Schön zu sehen, das es trotz des spannenden Rennens um Minuten nach  mehr als 4360 noch Anerkennung und  Respekt  für den Rivalen, vielleicht sogar einen Hauch Freundschaft gibt.  Beim Kampf um Platz 2 geht Platz 1 fast ein bisschen unter, zu selbstverständlich ist mittlerweile der Name des Etappensiegers geworden. Rainer Koch aus dem fränkischen Dettelbach  lief auch auf der drittletzten Etappe, einer wegen der  Länge und der Höhenmeter,   vor allem wegen  des kalten Wetters sauschweren Etappe, allen davon. Koch hat es nicht mehr sonderlich eilig, fotografiert hie und da die Berge, Schneefelder, ins Tal stürzende Bäche, schaut auch mal abseits der Strecke, ob das Rauschen nicht von einem Wasserfall kommt. Koch lässt es auslaufen, hat aber dennoch  mehr als eine halbe Stunde Vorsprung im Ziel in der Gemeinde  Olderfjord, wo der Olderfjord schimmernd die Läufer erwartet.

Zuvor waren  freilich reichlich Körner von den Läufern gefordert. Das ging schon gleich nach dem Start los (bei acht Grad) los, wo es fast von Meereshöhe auf knapp  500 Meter hoch und wieder hinterging, ehe  es dann wieder langgezogen bergauf ging, wo auf der Hochfläche, zwischen Bergen mit Schneefeldern, ein eisiger Wind  von vorne  den Läufern die letzten Körner  aus den Knochen zu blasen schien. Nichts mehr zu spüren vom milden Klima des Golfstroms des Vortages in Alta-Rafsbotn. Viele Läufer hatten sich am Morgen in der Wahl ihrer Laufkleidung verschätzt und waren zu luftig angezogen. Da war dann alles willkommen, was wärmte. Der Amerikaner Russel Secker beispielsweise wickelte sich in einen schwarzen Müllsack, wieder andere  hüllten sich in  ihr Regencape unter der Laufjacke, so sie beides dabei hatten.

Und es ging weiter aufwärts, rechts und links keine Vegetation mehr, ein paar Flechten, ein bisschen Gras, ab und zu ein paar Hütten und in der Ferne Rentierherden, für die allerdings keine mehr ein Auge hatte.  Rene Strosny probierte es gleich  beim ersten Anstieg, Rainer Koch vorne weg, ein paar Meter dahinter Strosny, Senoo in Sichtweite, Robert Wimmer mit ein paar Meter Abstand. Die Distanz zwischen Strosny und dem Japaner  schien zu wachsen,  wurde allerdings nie größer als 300 Meter und schrumpfte  schon beim zweiten Verpflegungspunkt nach 16 Kilometer wieder zusammen. Dann waren Strosny, Senoo und Wimmer einträchtig beisammen, mehr als 50 Kilometer, der schmächtige Strosny vorneweg, Senoo dahinter und dann Wimmer, der beste Windschattenläufer bei diesem Transeuropalauf – wenigstens ein Titel, der der Nürnberger einheimsen kann.

Nach dem Städtchen Skaidi, nach knapp 68 Kilometer der einzigen größeren Ansiedlung auf dem Weg nach Olderfjord, kam der zweite Versuch von Strosny. Bergauf zog er an, 200 Meter waren schnell herausgelaufen, doch  der Japaner kämpfte sich auf der Hochfläche und dann auf der langen Strecke bergab wieder heran, nur Wimmer musste ab reißen lassen. Hinter Rainer Koch, der für die 92,6 Kilometer  8:36:14 Stunden brauchte, kamen Senoo und Strosny in 9:13:18 ins Ziel. Wimmer wurde Vierter in 9:16:16. Die weiteren Platzierungen:  Trond Sjavik 9:39,27 und  Jan Nabuurs 9:46;28.

Und bei den Frauen holte sich die Führende Takako Furuyama in 11:11:27 den Etapppensieg und untermauerte damit eindrucksvoll ihre Spitzenposition.

Auch am Samstag geht’s nochmal in die Vollen: 81,5 Kilometer warten am vorletzten Tag auf die Läufer, mal abwarten, ob der Zweikampf um Platz 2 auch dann noch offen ist.

Rene Strosny halbiert seinen Rückstand

18. Juni 2009 -- Jürgen Klemenz

Aber Takasumi Senoo kämpft um seinen zweiten Platz

Was  sich am Mittwoch schon angedeutet hat, setzte sich auch am Donnerstag fort, und das auf einer Etappe von 85,5 Kilometer. Das Tempo nimmt zu, der Kampf um die Plätze auch. Vor allem der zweite Platz ist nach wie vor umstritten.  Rene Strosny gelang es, seinen Rückstand  auf Takasumi Senoo fast zu halbieren. Bei den Frauen scheint dagegen alles klar zu sein, denn auch gestern kam die Führende Takako  Furuyama als Erste ins Ziel.

Hinter dem überlegen Führenden Rainer Koch aus Dettelbach entwickelte sich am Donnerstag auf der Etappe von Maze nach Alta-Rafsbotn ein schnelles Rennen. Rene Strosny, der normalerweise zu Beginn des Rennens am Ende der 7 Uhr-Gruppe läuft und schwer in die Gänge kommt,  war vom Start weg Rainer Koch dicht auf den Fersen und zunächst schien es so, als ob Takasumi Senoo das Tempo nicht würde mitgehen können. Hinter dem Führungstrio tat sich schnell eine große Lücke auf, auf der Strecke blieb dabei auch Robert Wimmer, der  in den letzten Tagen immer noch hinter Koch kräftig mitgemischt hat.  Wurde Strosny nach dem ersten Verpflegungspunkt ein bisschen langsamer oder Takasumi Senoo schneller? Jedenfalls schloss der Japaner allmählich auf und bis zum vierten  Verpflegungspunkt liefen beide einträchtig – aber schnell – zusammen.  Auf dem schönsten Teil der Strecke – einer Gebirgsschlucht ähnlich, wo der Alta-Fluss sich verschlankte und neben der Straße wie ein Wildbach  ins Tal schoss -  konnte sich dann Strosny Meter für Meter absetzten.  Allerdings ließ Takasumi Senoo nicht locker und kämpfte um jeden Meter. Im Ziel hatte Strosny dann gerade mal  3:58 Minuten Vorsprung herausgekämpft. Das bedeutet, dass er am Freitag mit einem Rückstand von 4:10 Minuten  in die drittletzte Etappe geht.

Die Zeiten: Rainer Koch, der übrigens zum 55 Mal eine Etappe gewann:  7:17:26; Rene Strosny 7:34:53; Takasumi Senoo 7:38:51; Trond Sjavik 8:06:04;  Jan Nabuurs 8:16:51;  Stephane Pelissier 8:20:07. Der Gewinner des Transeuropalaufs von 2003, Robert Wimmer, hat wohl resigniert angesichts der Konstanz der drei vor ihm Platzierten. Am Donnerstag kam er mit eineinviertel  Stunden Rückstand ins Ziel, was Platz 8 bedeutete, seine zweitschlechteste Platzierung beim TransEuropa-FootRace 2009.

Bei den Frauen holte sich die Führende Takako Furuyama auch den Tagessieg in 9:32:00 vor Elke Streicher, die eine gute Viertelstunde später in Rafsbotn ankam. Furuyamas Vorsprung in der Gesamtwertung vergrößerte sich damit auf  6::02:29 Stunden.

Für die Läufer wäre der gestrige Tag eigentlich optimal gewesen, wenn denn die Etappe nicht so lang gewesen wäre. Sonnenschein beim Start, Sonnenschein auch noch am Nachmittag, leichter Wind, angenehme 10 Grad, dazu eine wunderschöne Strecke, wobei der schönste Abschnitt der bereits geschilderte war. Da verengten sich die Felsen, teilweise fühlte man sich wie in einer Schlucht in den Alpen. Dazu gab es auf den ersten 30 Kilometer jede Menge Rentiere, von Zweier-Gruppen bis hin zu ganzen Herden von 50 und mehr Tieren, und Streckenmarkierer Joachim Barthelmann, der schon frühmorgens mit dem Rad los düst um die Pfeile zu kleben, wäre fast von einem Elch vom Fahrrad geschubst worden.

Seit Donnerstag hat der Transeuropatross wieder Zuwachs bekommen, denn drei Japaner, die als Etappenläufer bis zum Nordkap mitlaufen wollen, sind in Alta eingetroffen.  In Rafsbotn waren die Läufer in einer kleinen, heimeligen Schule untergebracht, wo sie schnell, wie am Vortag in Maze auch schon, fast alle Räume in Beschlag nahmen.

Das Tempo wird schneller

17. Juni 2009 -- Jürgen Klemenz

Strosny macht Druck / Furuyama-Konter bei den Frauen

Es tut sich was beim TransEurope-FootRace 2009. Der Drittplatzierte Rene Strosny zog auf der 60. Etappe das Tempo an, doch der vor ihm liegenden Japaner Takasumi Senoo  ließ ihn kaum aus den Augen. Strosny machte nur vier Minuten gut. Und bei den Frauen konterte  die Führende Takako Furuyama, die am Vortag noch eine Dreiviertelstunde hinter der Zweitplatzierten Elke Streicher ins Ziel kam.  Furuyama  holte sich am Mittwoch 13 Minuten Vorsprung auf Streicher und baute ihren Vorsprung in der Frauen-Gesamtwertung auf beruhigende fünfdreiviertel Stunden aus.

Noch einmal zurück zum Dienstagabend, wo die Läufer in Kautokeino in einer sehr kleinen Halle untergebracht waren, aber genügend Nebenräume zur Verfügung standen, so dass das Platzproblem gelöst war. Unterhalten wurden sie nach dem überaus  köstlichen und reichhaltigen Essen  von zwei jungen  Saminen in einheimischer Tracht, die mit ihrem Gesang die wegen des schlechten Wetters  doch etwas gedrückte Stimmung aufheiterten.

Der Mittwoch sah dann schon wieder ganz anders aus: Lachs zum Frühstück, Sonnenschein zum Start, eine „6“ vornedran am  Startbanner, durch das die Läufer täglich auf die Strecke gehen. Day 60 of 64, das hört sich doch schon ganz anders an, und  so mancher berührte vor dem Loslaufen fast ehrfürchtig  das Plastikband.

Wie schon erwähnt, sahen die Läufer seit Tagen die Sonne wieder einmal – zumindest tagsüber, denn nachts um zwei schien sie auch schon.  Nach dem vielen Regen der letzten Tag kam schon der Vorschlag,  Ingo möge die Läufer doch nachts starten lassen, wenn die Sonne scheint.

Die Etappe am Mittwoch von Kautokeino nach Maze  war recht schnell. Die ersten fünf Kilometer klebte Robert Wimmer an Rainer Koch, dann setzte sich der Führende der Gesamtwertung doch ab und lief die  62,1 Kilometern  in 5:06:32. Schon am ersten Verpflegungspunkt nach knapp zehn Kilometer versuchte Rene Strosny sich abzusetzen, allerdings behielten ihn Robert Wimmer und auch Takasumi Senoo  auf den langen, geraden Straßen mit allerdings ordentlich Höhenmeter im Auge. Strosny kam als Zweiter ins Ziel mit einer Zeit von 5:20:37, Robert Wimmer folgte knapp drei Minuten später, Takasumi Senoo war knapp vier Minuten nach Strosny im Ziel, so dass Senoos Vorsprung auf Strosny  jetzt  acht Minuten und acht Sekunden beträgt. Da darf man gespannt sein, wie viel Körner da auf der heutigen relativ kurzen Etappe  verbraucht wurden und wie die nun folgenden drei langen Etappen bewältigt werden.

Bei den Frauen konterte auf der 60. Etappe Takako Furuyama den gestrigen Angriff von Elke Streicher und machte deutlich, dass sie sich den Sieg in der Frauenwertung nicht mehr nehmen lassen will. Furuyama kam  am Mittwoch als 18. ins Ziel, zwei Plätze danach folgte Streicher mit 13 Minuten Abstand. Vor den verbleibenden  knapp  300 Kilometern hat die Japanerin  einen Vorsprung von  fünfdreiviertel Stunden, das wird, sollten alle gesund bleiben, auf jeden Fall zum Sieg in der Frauenwertung reichen.

Wie schon erwähnt, Sonnenschein beim Start und den ganzen Vormittag, Temperaturen leicht über zehn Grad, kaum Gegenwind, eine abwechslungsreiche Landschaft – Norwegen zeigte sich am zweiten Tag schon weit freundlicher. Es gab schon schlechtere Tage bei diesem  Transeuropalauf. Und wer unterwegs Zeit hatte und   beim fünften Verpflegungspunkt mal eine Minute lang rechts weg  ging, der konnte einen Wasserfall, ähnlich dem Rheinfall bei Schaffhausen, bewundern.

Elke Streicher bläst zur Aufholjagd

16. Juni 2009 -- Jürgen Klemenz

Der Transeuropalauf befindet sich auf der Zielgerade – und da wird bekanntlich zum Endspurt angesetzt. In der Frauenwertung versucht Elke Streicher das fast Unmögliche, nämlich ihren Rückstand von sechseinhalb Stunden auf die Führende  entscheidend zu verringern. Gestern  setzte sie schon einmal ein Duftmarke, das lässt für die letzten  fünf Tage einiges erwarten. Und bei den Männern: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Der Zweite Takasumi Senoo lief am Dienstag wieder knapp fünf Minuten gegenüber Rene Strosny heraus, doch da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Kennen Sie den Unterschied zwischen Schweden, Finnland und Norwegen ? – es gibt keinen, zumindest was das Wetter angeht. Auch am Dienstag gab’s reichlich Nass von oben, dazu nur fünf bis acht Grad und ein eisiger Nordwind, den die Läufer von vorne abkriegten, man kann sich was schöneres vorstellen. Dazu war die Etappe mit 81,7 Kilometer wieder  lang.

Positiv war allerdings das Essen am Montag Abend im finnischen  Enontekiö, Lachssuppe, Renntiergulasch mit Kartoffeln, ein reichliches Salatangebot, Nachtisch mit Schlagsahne und Nachschlag gab’s auch. Da taten sich sogar die üblichen Nörgler schwer. Allerdings  waren 500 Meter zum Essen zu laufen, also hatten sie doch was zu meckern (und waren zufrieden).

Start also im Regen, und nach  37 Kilometer ging’s schon wieder raus aus Finnland und hinein nach Norwegen – natürlich auch bei Regen. An der offenen Grenze gab’s keine Schwierigkeiten, nur der Lkw  brachte den norwegischen Zoll auf Trab.  Er reihte sich nämlich in die Spur für zu deklarierende Waren ein (um mit dem begleitenden Truck der Medizinmänner der Uni Ulm was zu besprechen) und fuhr dann weiter.  Doch Walter Schittenhelm und Kuni Schmitz kamen nicht weit. Der Zoll jagte hinterher und hielt sie an. Doch  beim Anblick der 80 Läufertaschen  erlosch das Interesse, nur ein kurzer Blick in den Kühlschrank, dann konnte Walter Schittenhelm weiterfahren.  In Thomas Dornburgs rollender Essensbude wären sie fündiger geworden.

Begleitung hatten auch einige Läufer, denn urplötzlich tauchte in der menschenleeren Gegend ein Mischlingshund auf und trabte kilometerweit  brav neben her.  Das ganze Feld war am Dienstag ein bisschen langsamer als sonst. Die vielen Kilometer, der Gegenwind, das nasskalte Wetter, die Höhenmeter in der hügeligen Landschaft,  der Respekt vor den kommenden Aufgaben – alles Gründe, um das Ganze etwas langsamer anzugehen – ob freiwillig oder notgedrungen.

Denn nach einer  „Erholungsetappe“ von 62,1 Kilometer stehen von Donnerstag bis Samstag nochmal drei Hammeretappen  von 80 und 90 Kilometern an – es wird den Läufern wahrlich nicht leicht gemacht, ihr Ziel zu erreichen.

Am schnellsten war wieder der Dettelbacher Rainer Koch, der für die knapp 82 Kilometer  7:18:43 benötigte. Robert Wimmer lief 60 Kilometer hinter Takasumi Senoo, setzte sich dann ab und kam nach 7:57:12 als Zweiter ins Ziel.  Der Gesamtzweite Senoo  (8:03:21), hatte 4:41 Minuten Vorsprung vor Rene Strosny,  dessen Rückstand auf Senoo damit auf zwölf Minuten  angewachsen ist.

Neben den üblichen Verdächtigen in den Reihen der „schnellen Hirsche“ tauchen neuerdings immer wieder Namen auf, die man lange Zeit nicht soweit vorne sah: Ullrich Zach zum Beispiel wurde Siebter, Achim Heukemes Elfter.   Und auch der Taiwanese Ching-Hui Chen auf Platz 16 und der Japaner Koji Nakamura als 17. mit Zeiten um 9:30 Stunden waren gut dabei.

Ebenso wie Elke Streicher, die nach dem Ausscheiden am Montag der Frauen-Führenden Hiroko Okiyama auf Platz 2 vorgerutscht ist. Streicher gewinnt seit zwei Wochen konstant die Frauenwertung, ihr Rückstand auf Takako Furuyama von sechseinhalb Stunden verringerte sich bisher aber nur unwesentlich. Gestern gab die Gerlingerin nun Gas, kam als 19. mit einer Zeit von 9:42:47 ins Ziel und lief auf Furuyama einen Vorsprung von einer knappen Stunde  heraus. Allerdings hat sie  in der Gesamtwertung noch immer fünfeinhalb Stunden Rückstand.

Abschied aus Schweden mit Blitz und Donner

15. Juni 2009 -- Jürgen Klemenz

In Hiroko Okiyama ist die schnellste Frau ausgeschieden

Auf der 58. Etappe kam nach wenigen Kilometern das Aus für die bisher mit Abstand Führende der Frauenwertung. Hiroko Okiyama musste aufgeben. Gute Nachricht dagegen von Jörg König – er läuft wieder.  Und auch das: Schweden verabschiedete die Läufer mit Blitz und Donner und heftigen Regenschauern.

So, wie für die Läufer vor drei Wochen ihr Trip durch Schweden begonnen hat – nämlich mit heftigen Regenschauern in Göteborg – so verabschiedete Schweden auch die Transeuropa-Läufer. Bei der Sechs-Uhr-Gruppe regnete es „nur“ heftig, bei der Sieben-Uhr-Gruppe zuckten Blitze durch die dunkle Wolkendecke  und einige Donnerschläge schickten die „schnellen Hirsche“ auf die Strecke. Und soviel Wasser kam von oben, dass man vermuten konnte, der Wettergott würde seine Badewanne ausleeren.  Das Gewitter ging schnell vorbei, die Regenschauer blieben die nächsten dreieinhalb Stunden, die Läufer,  zwar durch Regenumhänge etwas geschützt, waren triefnass und die Füße entsprechend aufgeweicht.

Die Grenze nach Finnland überschritt die Läuferschar schon nach einem Kilometer, so richtig Freude, dass man Schweden nun hinter sich hat und mit Finnland des vorletzte Land  auf der Tour erreicht hat, kam nicht so recht auf.  Und auch das Passieren der  4000-Kilomter-Marke ging eher unter, zumal der Veranstalter wohl vergessen hat, die Stelle entsprechend zu markieren. Zudem gab es unterschiedliche Darstellungen auf den Streckenplänen. Einmal hieß es, die 4000-Kilometer-Marke sei beim Verpflegungsstand 2, dort hieß es dann, sie sei beim Stand 3.  Da wiederum  wusste niemand etwas davon – ein bisschen schade, denn 4000 Kilometer läuft man nicht alle Tage.

Endstation für die bisher schnellste Frau:  Hiroko Okiyama musste  beim ersten Verpflegungsposten nach zehn Kilometer aufgeben. Bis  dahin hatte sie schon zwei Stunden gebraucht. Seit Tagen quält sie sich über die Strecke,  gestern waren die Schmerzen am entzündeten Becken und entzündetem Oberschenkel zu stark. Für Hiroko Okiyama, die schon 2003 den Transeuropalauf nach 3000 Kilometer abbrechen musste, besonders ärgerlich, führte sie doch 450 Kilometer vor dem Ziel am Nordkap  in der Frauenwertung mit mehr als 20 Stunden Vorsprung. Durch ihr Ausscheiden rückt die Japanerin Takako Furuyama an die erste Stelle vor Elke Streicher. Beide lagen in der Gesamtwertung bisher unmittelbar nebeneinander auf den Plätzen 20 und 21. Furuyama hat einen Vorsprung von sechseinhalb Stunden auf Streicher, lief die letzten Tage in etwas gleich schnell oder nur unwesentlich langsamer als  die Gerlingerin.  Elke Streicher gewann auch gestern wieder die Etappe in 7:40:24, Takako Furuyama kam nach ihr in  8:04:55 ins Ziel.

Wieder auf den Beinen ist Jörg König nach seinem Kreislaufzusammenbruch am Vortag. Im Krankenhaus in Kiruna wurde er durchgecheckt. Nachdem  alles in Ordnung war und nichts mehr Auffälliges festgestellt wurde, brachte ihn Manfred Altenburg  wieder zu der Truppe zurück nach Karesuando. Am Montag lief der dann schon wieder, jetzt eben als Etappenläufer.

Zum Lauf selbst. Wer sonst als Rainer Koch sollte als Erster das erste (und einzige) finnische Ziel in  Enontekiö erreichen, übrigens bei strahlendem Sonnenschein. Achteinhalb Minuten hinter Koch kamen Robert Wimmer und  Takasumi Senoo  gemeinsam ins Ziel.  Wimmer hat sich wohl zur Aufgaben gemacht,  dem Japaner den zweiten Platz  gegenüber Rene Strosny zu sichern, denn gestern zog er ihn die letzten Kilometer und rettete noch einen Vorsprung auf Strosny von 3:20 Minuten.  Oder  er spekuliert darauf, dass Takasumi Senoo überzieht und Wimmer so doch noch aufs Siegertreppchen aufspringt?

Die Zeiten für die 65,9 Kilometer: Rainer Koch 5:45:25 Stunden, Robert Wimmer und Takasumi Senoo 5:54:07, Rene Strosny 5:57:27, Trond Sjavik 6:10:29 und Jan Nabuurs 6:13:32.

Finnland wird ein kurzes Intermezzo beim Transeuropalauf bleiben, denn am Dienstag wird schon die Grenze zu Norwegen überschritten.

Wimmer an seinem Geburtstag wie beflügelt

14. Juni 2009 -- Jürgen Klemenz

Auf der 57. Etappe an die finnische Grenze kam für Jörg König das Aus

Die letzte Etappe in Schweden ging am Sonntag über die Bühne und war geprägt von zwei Ereignissen. Robert Wimmer zeigte an seinem 43. Geburtstag , was in ihm steckt. Nur gut zehn Minuten hinter dem Seriensieger Rainer Koch wurde er Zweiter. Wohl beflügelt durch das Geburtstagsständchen der Läuferkollegen zum Frühstück und begünstigt durch die relativ kurze Etappe - zu laufen waren „nur“ 53,7 Kilometer – gab Wimmer ein bisschen mehr Gas als sonst und ließ mit Ausnahme von Koch alle Läufer hinter sich. Allerdings hat er wieder nicht viel Boden gut gemacht auf die in der Gesamtwertung vor ihm platzierten Takasumi Senoo und Rene Strosny, so dass der zweite Platz am Sonntag eher für das eigene Ego gut war.

Traurige Nachricht dagegen vom zweitältesten deutschen Läufer Jörg König. Der 59-Jährige aus Stade hatte massive Kreislaufprobleme. Rettungssanitäter Jan Straub stabilisierte nach dem zweiten Verpflegungsposten Königs Kreislauf wieder und fuhr ihn ins Ziel nach Karesuando. Dort hielt man es dann doch für besser, König nach Kiruna (170 Kilometer entfernt) ins Krankenhaus bringen zu lassen, um die notwendigen Untersuchungen machen zu können.

Die letzte Etappe in Schweden führte nach Karesuando, welches direkt an der Grenze zu Finnland liegt. 350 Einwohner wohnen im schwedischen Teil der Stadt, 150 im finnischen Teil, der Karesuvanto heißt. Geteilt ist der Ort auch durch den Fluss Muonio älv, der gleichzeitig eine natürlich Grenze bildet. Für die Läufer endete am Sonntag auch ihr Lauf der Europastraße 45, der längsten Fernstraße Schwedens. In Finnland geht sie in die E8 über.

Bei verhangenem Himmel ging es bei angenehmen 10 Grad in Övre-Soppero los, die Wolken hingen so tief, dass sie bis in die niederen Hügel reichten. Es ging weitgehend durch flaches Land mit niederem Gestrüpp, Waldstücke waren eher die Seltenheit. Auf den ganzen gut 50 Kilometer kam man nur durch eine Ort. Verkehr war so gut wie keiner, und die ersten Läufer kamen auch noch trockenen Fußes im Ziel an. Dann aber schüttete es bisweilen heftig, Leidtragende waren also die etwas langsameren Läufer, die ohnehin mehr zu kämpfen haben – ungerechte Läuferwelt eben.

Rainer Koch (Dettelbach) bewältigte die Strecke in 4:37:20 Stunden, Robert Wimmer (Nürnberg) in 4:48:50. Dritter wurde der Niederländer Jan Nabuurs (4:59:26) vor dem Norweger Trond Sjavik (5:03:10). Der Gesamtzweite Takasumi Senoo und der hinter ihm platzierte Renee Strosny kamen zusammen nach 5:05:31 gemeinsam ins Ziel, so dass der Abstand von Platz 2 zu 3 unverändert bei knapp vier Minuten liegt.

Bei den Frauen siegte am Sonntag erneut Elke Streicher aus Gerlingen, die aber nur drei Minuten vor Takako Furuyama ins Ziel kam. Die Gesamt-Führende Hiroko Okiyama ging weitgehend am Ende des Feldes. Streichers Zeit: 6:27:05.

Am Montag ist dann einen Kilometer nach dem Start der Grenzübertritt nach Finnland, und am Montag wird dann auch die 4000-Kilometer-Marke passiert werden, zwei Ereignisse, auf die sich die 46 noch im Rennen verbliebenen Läufer schon jetzt freuen.

Rainer Koch mit 50. Etappensieg

13. Juni 2009 -- Jürgen Klemenz

Elke Streicher zum 12. Mal in Folge schnellste Frau

So allmählich neigt sich die Reise durch Schweden dem Ende entgegen. Am Samstag war die vorletzte Etappe in Lappland, am Sonntag geht’s bis an die finnische Grenze, am Montag dann noch einen Kilometer in Schweden – adjeu du Land der was-weiß-ich- wie viel Seen.

Doch zurück zum Samstag, der 56. Etappe von Svappavaara nach Vittangi/Övre-Soppero, eine Gemeinde mit mehr Ortsteil-Namen als Häuser, aber einen schmucken neuen Schule mit Kindergarten und Gymnastikhalle – allerdings alles in Miniatur-Ausführung – also ein bisschen klein für 80 Läufer und Betreuer. Aber die haben schon andere Problemchen gemeistert, und nach ein bisschen Meckereien – soviel Luft hat man auch noch nach 79,4 Kilometer, legt sich die erste Aufregung schnell. Die Läufer sind müde, die bekannt notorischen Nörgler vielleicht auch des Nörgelns müde, alles paletti also.

Allerdings ist bei Achim Heukemes nichts paletti. Die deutsche Lauflegende hatte Pech, denn beim Zumachen seiner Flasche nach dem sechsten Verpflegungspunkt kam er ins Stolpern und knallte auf den Asphalt. Die Folge: Hautabschürfungen an beiden Händen, eine Prellung an einer Hand und eine Prellung am Jochbein. Er sah im Ziel ein bisschen aus wie ein angeknockter Boxer, denn unterm Auge war es ganz schön geschwollen. Über sein Missgeschick war er wohl so sauer, dass er seine beste Platzierung herauslief und als Zehnter ins Ziel kam.

Derweil lief Rainer Koch seinen 50. Etappensieg heraus – eine unglaubliche Leistung des 28-Jährigen aus Dettelbach in Franken. Hinter Koch kam Trond Sjavik mit 26 Minuten Rückstand ans Ziel und schob sich damit, wie am Vortag schon angekündigt, am Schweizer Martin Wagen vorbei auf die Gesamtposition 6. Hätte der Norweger nicht wegen Shin Splint in Norddeutschland soviel Zeit verloren, wäre er ein ernsthafter Kandidat für die Treppchenplätze. So aber scheinen diese vergeben zu sein, denn auch am Samstag konnte der Vierte Robert Wimmer so gut wie keine Zeit auf Rene Strosny und Takasumi Senoo gut machen. Es fand sich zunächst niemand, der in der Verfolgergruppe hinter Koch und Sjavik die Lokomotive für Wimmer machen wollte. Beim Radrennen würde man von Steherversuchen sprechen, der Schweizer Martin Wagen lief streckenweise vorne weg. Dann setzten sich Strosny und Wimmer ein bisschen ab, kurz vor dem Ziel zog dann Wimmer an und lief 18 Sekunden Vorsprung auf Strosny heraus. Martin Wagen und Takasumi Senoo kamen neun Minuten später ins Ziel. Damit verringerte sich der Abstand des Zweitplatzierten Senoo auf Strosny auf vier Minuten, hier ist also noch nichts entschieden. Allerdings hält sich der Ehrgeiz der Beiden bisher sehr in Grenzen, ihr Hauptaugenmerk lag in den letzten 14 Tagen erst einmal darauf, die Podestplätze gegen Wimmer abzusichern. Dieser scheint mittlerweile auch eingesehen zu haben, dass er derzeit nicht in der Lage ist, den Rückstand von mehr als neun Stunden in den restlichen acht Tagen noch wett zu machen.

Die Zeiten der ersten Sechs für die 79,4 Kilometer: Koch 7:08:34, Sjavik 7:34:36, Wimmer 7:50:21, Strosny 7:50:39, Wagen und Senoo zeitgleich 7:59:39. In der Gesamtwertung sieht es nach 3919 Kilometern so aus: Koch 327:13:16, Senoo 351:15:50, Strosny 351:19:43 und Wimmer 360:38:34.

Ihren zwölften Etappensieg in Folge bei der Frauenwertung holte sich die Gerlingerin Elke Streicher. Sie wurde Tageszwanzigste in 9:46:55 Stunden und liegt auch in der Gesamtwertung auf Rang 20. In der Frauenwertung ist sie Dritte hinter den beiden Japanerinnen Hiroko Okiyama und Takako Furuyama. Okiyama, die seit Tagen wieder ernsthafte Probleme hat und täglich mit reichlich Rückstand ins Ziel humpelt, hat aber in der Frauen-Gesamtwertung immer noch einen Vorsprung von mehr als 30 Stunden. Hinter Furuyama liegt Streicher noch mehr als fünf Stunden zurück, so dass sie sich in der letzten Woche voraussichtlich nicht verbessern wird.

Zwei Ausfälle auf der 55. Etappe

12. Juni 2009 -- Jürgen Klemenz

Zwei Millionen Zugriffe auf die Internetseite des Transeuropalaufs

Ereignisreicher Tag beim TransEurope-FootRace 2009: Zwei Millionen Zugriffe sind auf der Internetseite erreicht, Organisator Ingo Schulze hat am Mittag angekündigt, am Abend mit einem Viertele Wein  auf die zwei Millionen anzustoßen. Trauriger dagegen die beiden Ausfälle.  Der „Türken-Mike“ Mike Friedl musste nun doch aufgeben, nachdem er sich im Prinzip seit Göteborg mit Schmerzen durch den Lauf quälte. Tragisch ist auch das Ausscheiden  von Fabrice Viaud, der im vorderen Mittelfeld gut platziert war. Gerade  hat der Franzose  seine Rücken- und Knieprobleme überwunden, nun zwingt ihn eine Infektion an der Hand zur Aufgabe. Er wurde am Freitag früh  vom Rettungssanitäter Jan Straub nach  Gällivare  ins Krankenhaus gefahren, wo er kurz darauf  operiert wurde.

Ansonsten war’s wieder ein regnerischer, nasskalter Tag im Norden Schwedens. Erstmals seit dem Starttag in Bari in Italien starteten alle Läufer gemeinsam. Der Grund war eine vom gestrigen Ziel und heutigen Startplatz weit entfernte Unterkunft. Die Läuferschar  fuhr am Freitag in aller Frühe mit dem Linienbus (das Gesicht des Busfahrers wechselte von Erstaunen bis zum Entsetzen) die  gut fünf Kilometer nach Gällivare, von wo es dann  auf die E10/E45 ins knapp 75 Kilometer entfernte Sappavaara  ging. Vor allem die ersten Stunden liefen die Läufer im Dauerregen, die Temperaturen fielen von acht Grad am Start bis auf fünf Grad in der hügeligen Landschaft. Zu schaffen machte bisweilen ein kalter Wind und die Gischt, die den Läufern durch den doch regen Lastwagenverkehr immer wieder ins Gesicht  spritzte.  Wie am Vortag Gällivare, so ist auch Svappavaara ein Grubenort, wo Eisenerz abgebaut wurde.

Zum Verlauf der 55. Etappe: Rainer Koch lief schon nach ein paar Metern vorne weg, und er kam auch im Ziel nach 74,8 Kilometern mit deutlichem Vorsprung vor dem Norweger Trond Sjavik an.  Die Kandidaten um die beiden anderen Treppchenplätze, Rene Strosny und Takasumi Senoo, liefen bis zum dritten Verpflegungspunkt  im direkten Kontakt mit dem hinter ihnen platzierten Robert Wimmer, ließen den Nürnberger dann auf Sichtweite enteilen und kamen knapp hinter Wimmer  ins Ziel – ein Tag mehr, an dem die Podestplätze nicht in Gefahr sind.  Die Zeiten: Koch 6:57:29 Stunden, Sjavik 7:14:28, Wimmer 7:35:29, Strosny 7:36:28, Senoo 7:38:17. Sechster wurde in 7:40:55 Stunden der Schweizer Martin Wagen, der jetzt nur noch viereinhalb Minuten Vorsprung vor Trond Sjavik hat und am Samstag seinen sechsten Gesamtrang an Sjavik verlieren wird – wenn alles so läuft wie die letzten Tage.